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Das Gesetz des Bittens

Das Gesetz des Bittens

Das Spirituelle Gesetz besagt: Willst du Hilfe, so musst du darum bitten.
Kommst du eilfertig herbei und mischst dich in die Angelegenheiten eines Freundes ein, weil du ihm helfen willst, dann ist dies ein schneller Weg, dessen Freundschaft zu verlieren.
Mehr noch: Hilfst du jemandem, der nicht darum gebeten hat, dann hinderst du ihn daran, seine Situation selbst zu klären; darin hätte aber sein Lernprozess bestanden. Sehr wahrscheinlich hilfst du ihm dadurch, seine alten, nicht hilfreichen Verhaltensmuster fortzusetzen. Zwingst du jemandem deine Hilfe oder deinen Rat auf, dann nimmst du das Karma auf dich, wenn es schief geht. Es gilt als unhöflich, sich unaufgefordert einzumischen, und sehr wahrscheinlich wird deine Hilfe in einem solchen Fall unbeachtet oder ungewürdigt bleiben.
Droht jemand zu ertrinken, dann hilfst du ihm natürlich. Man geleitet eine blinde Person ja auch um ein Loch im Straßenpflaster herum. Man tröstet die Kranken und Vereinsamten. Bist du jedoch aufgebracht über die Schwierigkeiten, in die jemand sich selbst hineinmanövriert hat, dann ist das deine Sache. Es ist ein Hinweis darauf, dass du dich um dich selbst kümmern solltest, statt jemand anderen zu retten.
In den spirituellen Bereichen würde kein Engel oder höheres Lichtwesen auch nur davon träumen, sich in dein Leben einzumischen. Ja, sie werden dich vor einem schweren Unfall bewahren, wenn dieser nicht dein Karma ist, oder vor dem Tod, wenn deine Zeit noch nicht gekommen ist. Doch sie werden abwartend mit großem Mitgefühl und Geduld im Hintergrund stehen und beobachten, wie du dich in größte Schwierigkeiten bringst, wenn es das ist, was du für dein Wachstum brauchst. Es wären nicht nur schlechte spirituelle Manieren, sich da einzumischen, sondern das würde dich auch daran hindern, stärker zu werden und mehr zu lernen.
Es gibt Zeiten, in denen es angemessen ist, um Hilfe zu bitten. Mit solchen Bitten meine ich nicht, dass man frustriert wie ein kleines Kind schreit oder weint wie ein Opfer, das keine Verantwortung für seine Handlungen übernehmen will. Mit einer solchen Bitte meine ich, dass man die Lage sorgfältig einschätzt und dann ruhig und mit Stärke um die benötigte Hilfe bittet. Sobald du wirklich bereit bist, um Hilfe zu bitten, bist du bereit, sie zu empfangen.
Einige Leute rufen ständig laut: Wann, was, wie, wer, wo? Sie wollen die Antwort auf eine Frage nach der anderen wissen. Das sind dann eher Forderungen als Fragen. Sie kommen von einem Ort der Verzweiflung und des Verlangens, nicht von einem Ort der Zentriertheit und Offenheit. Wer beharrlich den spirituellen Weg beschreitet, der sucht die Antworten in sich. Sobald du bereit bist, etwas mehr zu wissen, wird der Lehrer erscheinen, um es dir zu geben. Das kann in Form eines Buches, einer Person oder einer Fernsehsendung geschehen. Bist du bereit, die Frage zu formulieren, dann bist du auch bereit, die Antwort zu wissen.
Bietet jemand Hilfe an und du akzeptierst sie, dann ist das ein Vertrag. Bietet man sie dir immer und immer wieder an, bis du schließlich akzeptierst, dann ist die Belästigung. Dann drängt sich dir jemand auf.
Denk daran: Die Antwort liegt in der Frage. Je klarer deine Frage ist, desto umfassendere Hilfe wirst du erlangen.